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Globalisierung und Vielfalt Abzockland Deutschland 15.7.21

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Göttingen, 15.07.2021, 18:16 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Wirtschaft und Finanzen +++ Bericht 4414x gelesen
Ankunft von Waren am Flughafen
Ankunft von Waren am Flughafen  Bild: PublicDomainPictures von Pixabay

Göttingen [ENA] Was müssen wir uns nicht jeden Tag anhören, wie toll und anstrebenswert es doch ist, das wir in einer immer mehr globalisierten Welt leben und Vielfalt repräsentieren und akzeptieren. Und damals, als am 1. November 1993 in Maastricht die Europäische Union gegründet wurde.

Ach wie toll sollte das alles werden, eine Ländervereinigung der gegenseitigen Unterstützung und Hilfe. Und dann der Aufschrei, als Großbritannien den Austritt per Bürgervotum erklärt und dies nach langem Hin- und Her dann auch am 1. Februar 2020 vollzieht. Ein Aufschrei der Wirtschaft, wie viele Arbeitsplätze wegen der Wiedereinführung der Zölle, der Umstellung, Verteuerung der Waren, Handelsprobleme, was nicht alles angedichtet wurde, nur um den austritt zu verhindern. Einigen Premiers hat es den Job gekostet, bevor alles umgesetzt wurde. Und jetzt: Keiner redet mehr groß davon, wo sind Jobs weggefallen, wer hat Probleme mit der Umstellung gehabt ? Typisches Wirtschaftsjammern, das wir ja auch jetzt wieder durch Corona kennen.

Aber nun kommt es Dicke für die deutschen Bürger. Insbesondere für die globalisierte Jugend. Die weltoffene Jugend. Die Ihr Handy nimmt und einfach bei Amazon, Zalando, Alibaba, Wish, Ebay oder DHGate Waren in der ganzen Welt bestellt, die bisher günstig geliefert worden sind. Das ist vorbei, das gibt es nicht mehr. Seit 1. Juli 2021. In Deutschland. Was ist passiert ? Ganz einfach. Zollfreigrenzen, wie sie mal bis 22 Euro bei Wareneinfuhren aus sogenannten Drittländern wie China, jetzt auch Großbritannien oder den USA gegolten haben, gibt es nicht mehr. Sie kaufen ein billiges Shirt für 10 Euro ? Dann zahlen Sie erst einmal dazu die fälligen 19 % Mwst. Das sind zwar erst einmal nur 1.90 Euro, aber es kommt noch besser.

Üblicherweise muß die Abgabe vom Kurier-, Paketdienst oder dem Händler gezahlt werden. Die hat dadurch natürlich Aufwendungen, Arbeitszeit und stellt diese, na, was glauben Sie, Ihnen als Käufer in Rechnung. Ganz einfach. Ihr Paket mit Warenwert von 10 Euro kostet dann z. B. bei der DHL Zustellung mit mehr 11.90 Euro, sondern 17.90 Euro, denn 6 Euro Servicepauschale kommen nochmal obendrauf. Nach neuesten Erkenntnissen auch bei DPD, Hermes, UPS und so weiter. Was sich bei niedrigem Warenwert durch die Servicepauschale ärgerlich darstellt, wird bei hohen Wertesendungen durch den Mwst – Zuschlag meist unrentabel.

Und genau darum geht es dem Gesetzgeber. Sie sollen natürlich daran gehindert werden, moralisch gesehen, in Drittländern Ware günstig zu bestellen. Und damit das möglichst unrentabel wird, werden einfach diese Aufschläge erhoben. Denn die Hoffnung, das Sendungen z. B. beim Zoll Frankfurt wegen Überlastung der Mitarbeiter oder unscheinbarer Sendung durchrutschen, entfallen ja dann, weil der Versender eine Pflichterklärung der Sendung beifügen und damit automatisch die Zollabwicklung über den Versandservice anfällt.

Aber jetzt die gute Nachricht. Großzügig wie der Gesetzgeber im deutschen Staat nunmal ist, entfallen jegliche Abgaben, wenn diese unter einem Euro liegen. Ist doch toll, oder ?Die schlechte Nachricht: Sendungen, die einen Warenwert ab 150 Euro haben, werden zusätzlich mit einem Zollsatz belegt. Es ergeben sich also folgende Abgaben insgesamt: Sendungen bis 150 Euro werden mit Kosten wie der Servicegebühr von 6 Euro,der Umsatzsteuer von 7 oder 19 Prozent je nach Artikel und ggf. bei sogenannten hochsteuerbaren Waren wie Alkohol, Tabak und Kaffee zusätzlich mit Verbrauchssteuern belegt. Bei Sendungen ab 150 Euro kommt auf all diese Abgaben noch der Zollwert der Waren dazu. Alle Hinweise auf die neue Gesetzeslage finden Sie direkt ungeschönt.

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