Donnerstag, 02.12.2021 22:24 Uhr

Jubiläum des ältesten Leichtathletik-Meetings der Welt

Verantwortlicher Autor: TOP Sportevents GmbH Olympiastadion, 18.09.2021, 16:30 Uhr
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Martin Seeber mit Gästen der Pressekonferenz
Martin Seeber mit Gästen der Pressekonferenz  Bild: Tilo Wiedensohler/camera4

Olympiastadion [ENA] ISTAF wird 100 – das wird gefeiert: mit bis zu 25.000 Fans und zahlreichen Weltklasse-Athletinnen und Athleten. Malaika Mihambo, Mariya Lasitskene, Valarie Allman, Karsten Warholm, Johannes Vetter, Kristin Pudenz, Gesa Krause und Konstanze Klosterhalfen sind am Sonntag im Berliner Olympiastadion.

Das Vorprogramm beginnt ab 14:35 Uhr ebenso am Start wie die Para-Stars Johannes Floors und Niko Kappel sowie weitere Publikumslieblinge. Das ZDF überträgt die Jubiläums-Party von 17:10 Uhr bis 18:55 Uhr live. Eintrittskarten gibt es telefonisch unter der ISTAF-Tickethotline 030.301118630 und online im Ticketshop unter www.tickets.istaf.de. „Wir freuen uns auf ein ganz besonderes ISTAF, viele tolle Athletinnen und Athleten und wollen auch in diesen schwierigen Zeiten unseren Fans – 100 Jahre nach dem ersten ISTAF – ein unvergessliches Jubiläums-Event bieten“, sagt Meetingdirektor Martin Seeber.

Am 3. Juli 1921 organisieren der Berliner SC, der SC Charlottenburg und der Schwimm-Club Poseidon im damaligen Grunewald-Stadion das erste Internationale Stadionfest – mit Leichtathletik- und Schwimm-Wettbewerben. Martin Seeber: „Gegründet in den wilden 20er Jahren im gerade geschaffenen Groß-Berlin, etabliert nach den Olympischen Spielen 1936, neu gestartet nach dem Krieg, getragen von der Idee des internationalen Miteinanders, beeinflusst durch den Kalten Krieg, weiterentwickelt durch technische Innovationen und euphorisiert durch den Mauerfall: Das ISTAF hat im Laufe der 100 Jahre auch Berliner und deutsch-deutsche Geschichte gespiegelt.

Stets im Mittelpunkt: die Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt, begeistert gefeiert von dem fairen und weltoffenen Berliner Publikum.“ Aleksander Dzembritzki, Staatsekretär für Sport des Landes Berlin: „100 Jahre ISTAF sind im zweiten Jahr der Pandemie ein ganz besonderes Zeichen für den Sport in unserer Stadt. Große Sportereignisse mit dem einzigartigen Berliner Publikum kehren in das öffentliche Leben zurück und sind weiterhin ein fester Bestandteil der Sportmetropole Berlin! Das ISTAF mit seinem herausragenden Format aus Spitzensport und Bühne für den talentierten Nachwuchs ist ein schon jetzt legendäres Sportevent, um das wir zurecht mitunter beneidet werden.

Gerne unterstützen wir deshalb diese Berliner Traditionsveranstaltung im Rahmen des Programms ‚Offensive Sportmetropole‘.“ Auch bei den Sportlerinnen und Sportlerin ist die Vorfreude groß: „100 Jahre! Um das ISTAF beneidet man uns in der ganzen Welt“, sagt Ausnahme-Speerwerfer Johannes Vetter (LG Offenburg), der bereits viermal im Olympiastadion triumphiert hat – fünfmal gewann bislang niemand. „Zeit für etwas Historisches: Was ist schon die Olympische Goldmedaille, wenn man zum fünften Mal das ISTAF gewinnen kann“, sagt Vetter und grinst. „Ich freue mich sehr auf Berlin – auf ein tolles Saisonfinale, das gleichzeitig den Urlaub einleitet und noch einmal ungeahnte Kräfte freisetzen kann.“

Johannes Vetter trifft am Sonntag unter anderen auf starke Konkurrenz, darunter der in Berlin trainierende Julian Weber (USC Mainz) und der Potsdamer Bernhard Seifert (SC Potsdam). „Ich freue mich riesig, wieder beim ISTAF zu starten, mit den tollen Fans noch einmal einen spannenden Wettkampf zu erleben und diese besondere Saison abzuschließen“, sagt Malaika Mihambo (LG Kurpfalz). „Das ISTAF ist für uns deutsche Athletinnen und Athleten das Meeting schlechthin – hat aber zudem auch international einen extrem hohen Stellenwert.“ Die Weitsprung-Olympiasiegerin bekommt es mit starken internationalen Gegnerinnen zu tun.

Die amtierende Halleneuropameisterin Maryna Bekh-Romanchuk, die sich 2020 vor Malaika Mihambo den ISTAF-Sieg gesichert hatte und in Tokio Fünfte wurde, ist ebenso am Start wie die Olympia-Finalisten Jazmin Sawyers (Großbritannien), Khaddi Sagnia (Schweden) sowie die Deutschen Merle Homeier (LG Göttingen) und Caroline Joyeux von der LG Nord Berlin. Gold glänzen auch die 400 Meter Hürden: Ausnahme-Leichtathlet Karsten Warholm kehrt nach Berlin zurück. In Tokio war der 25-jährige Norweger in Weltrekordzeit zum Olympiasieg gestürmt, gewann in sensationellen 45,94 Sekunden.

„Ich freue mich riesig, zum 100. Geburtstag nach Berlin zu kommen“, sagt Karsten Warholm, der im Vorjahr in einem spektakulären Rennen auf der blauen Bahn des Olympiastadions den Weltrekord noch knapp verpasst hatte. Ein Erlebnis wird das ISTAF auch für den jungen Berliner Emil Agyekum (SCC Berlin) – der 22-jährige Silbermedaillen-Gewinner der U23-Europameisterschaften darf ebenso gegen Superstar Karsten Warholm antreten wie die weiteren Deutschen Constantin Preis (VfL Sindelfingen), Luke Campbell und Joshua Abuaku (beide LG Eintracht Frankfurt).

Hochsprung-Stars heben in Berlin ab

Auf Höhenflüge können sich die Fans beim Weitsprung auf der Stadionseite des Marathontors freuen. Die unter neutraler Flagge startende russische Hochsprung-Olympiasiegerin Mariya Lasitskene hebt ebenso beim ältesten Leichtathletik-Meeting der Welt ab wie die Australierin Nicola McDermott, die in Tokio knapp das Nachsehen hatte und Silber gewann. Beide sind in absoluter Topform. Mariya Lasitskene meisterte am vergangenen Mittwoch beim Diamond-League-Finale in Zürich die 2,05 Meter, Nicola McDermott glänzte mit 2,01 Meter. Das Top-Duo trifft beim ISTAF unter anderem auf die Olympia-Vierte Iryna Gerashchenko aus der Ukraine und Marie-Laurence Jungfleisch (VfB Stuttgart).

Im Diskuswurf kommt es ebenfalls zum Duell „Gold gegen Silber“: Die Sensations-Zweite Kristin Pudenz (SC Potsdam) aus Potsdam misst sich mit Olympiasiegerin Valarie Allman (USA). Gleich drei weitere Deutsche steigen in den Ring: Marike Steinacker (TSV Bayer 04 Leverkusen), die in Tokio Achte wurde, die Olympia-Neunte Claudine Vita (SC Neubrandenburg) und die Berlinerin Julia Harting (SCC). Deutschlands Ausnahme-Läuferin kehrt zurück! Nach 25 Monaten (genau: 771 Tagen) startet Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) wieder in Deutschland – beim Jubiläums-ISTAF am Sonntag im Berliner Olympiastadion.

Dort hatte sie am 3. August 2019 auf der blauen Bahn den Deutschen Rekord über 5.000 Meter gleich um über 15 Sekunden verbessert und sich in 14:26,76 Minuten den nationalen Meistertitel gesichert. „Es ist super, dass ich beim ISTAF-Jubiläum dabei sein kann. Es fühlt sich an, wie nach Hause zu kommen“, sagt die 24-Jährige, die in den USA lebt und trainiert. „Ich habe so tolle Erinnerungen an Berlin, an das ISTAF und an das Olympiastadion. Ich freue mich sehr drauf, endlich wieder vor Heimpublikum laufen zu können.“ Beim ISTAF tritt die 24-Jährige über die 1.500 Meter an und trifft auf starke Konkurrenz aus Afrika, unter anderem auf Axumawit Embaye aus Äthiopien.

Gesa Krause – Wieder Gänsehaut?

Zu den Highlights in der 100-jährigen ISTAF-Geschichte gehört auch Gesa Krauses Rekord-Rennen über die 2.000 Meter Hindernis. Mit glänzenden Augen und Gänsehaut peitschten 40.500 Fans 2019 Gesa Krause in der Schlussrunde nach vorn – und im Ziel rannte Gesa Krause (Silvesterlauf Trier) einfach weiter, zur schnellsten Ehrenrunde in der ISTAF-Geschichte. Ihr gelang Historisches: Gesa Krause verbesserte nicht nur ihren eigenen Deutschen Rekord, sondern lief die Strecke so schnell wie noch nie eine Frau vor ihr: 5:52,80 Minuten – inoffizieller Weltrekord!

Am kommenden Sonntag startet die Deutsche über ihre klassische Distanz und trifft über die 3.000 Meter Hindernis unter anderem auf die Deutsche Meisterin des Vorjahres, Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald), und die starke äthiopische Hindernis-Spezialistin Zerfe Wondemagegn. Richtig schnell wird es vor der Haupttribüne des Olympiastadions. Über die 100 Meter sind der ivorische Rekordsprinter Arthur Cissé, der in diesem Jahr bereits beide ISTAF INDOOR gewonnen hat, und der US-Amerikaner Marvin Bracy große Favoriten.

Auch der schnellste Deutsche in diesem Jahr, Julian Wagner (LC Top Team Thüringen), ist mit von der Partie – wie bei den Frauen Alexandra Burghardt (SV Wacker Burghausen), die zum Abschluss ihres starken Jahres gemeinsam mit Jennifer Montag (TSV Bayer 04 Leverkusen) auf zwei Staffel-Olympiasiegerinnen aus Jamaika trifft: Briana Williams und Natasha Morrison, die in Tokio im Vorlauf zum Einsatz kam. Interessant auch das Duell der Talente: U23-Europameisterin Lilly Kaden (LG Olympia Dortmund) gegen die belgische Zweite der U23-EM, Rani Rosius.

Über die 100 Meter Hürden steht ein Weltklasse-Duell im Fokus: Die zweimalige Hallen-Europameisterin Nadine Visser (Niederlande), die zuletzt in Paris ihren Landesrekord über 100 Meter Hürden um vier Hundertstel auf 12,58 Sekunden verbessert hatte, trifft auf die ebenfalls formstarke US-Amerikanerin Christina Clemons (geborene Manning), die in diesem Jahre ihre persönliche Bestzeit gelaufen ist (12,51 Sekunden). Top-Favorit über die 110 Meter Hürden ist Ronald Levy. Der jamaikanische Hürden-Star stürmte bei den Olympischen Spielen in Tokio zur Bronzemedaille. Über die Stadionrunde geht die Deutsche 400-Meter-Meisterin Corinna Schwab (LAC Erdgas Chemnitz) als Favoritin ins Rennen.

Mit dabei ist auch die Berlinerin Karolina Pahlitzsch (LG Nord Berlin). In Tokio zum Zuschauen verdammt war Sam Kendricks. Der zweifache Stabhochsprung-Weltmeister aus den USA, der seit Jahren zu den Publikumslieblingen beim ISTAF zählt, musste wegen eines positiven Corona-Tests kurzfristig passen. „Ich bin ein großer ISTAF-Fan, seit ich denken kann. Als Kind saß ich mit meinem Vater vor dem Fernseher und habe die fantastischen Wettbewerbe vom ISTAF im Fernsehen gesehen“, erzählt Kendricks.

Beim ISTAF trifft er traditionell auf starke Konkurrenz: Sein Landsmann Christopher Nilsen, der in Tokio Silber holte, ist ebenso am Start wie der polnische Sechs-Meter-Springer Piotr Lisek, der Deutsche Bo Kanda Lita Baehre (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Asienmeister Ernest John Obiena. Der philippinischer Top-Athlet hatte im Winter beim ISTAF INDOOR in Berlin den nationalen Rekord auf 5,80 Meter verbessert – und den Outdoor-Landesrekord Ende August in Paris auf 5,91 Meter geschraubt. Nach den Erfolgen in Tokio haben die ISTAF-Veranstalter zudem Para-Kugelstoßen mit Bronze-Gewinner Niko Kappel (VfB Stuttgart) und ein 100-Meter-Rennen mit dem deutschen Paralympics-Sieger Johannes Floors (TSV Bayer 04 Leverkusen) ins Programm genommen.

Johannes Floors wurde erst im 100-Meter-Sprint der Unterschenkelamputierten in 10,79 Sekunden Dritter. Der Weltrekordler aus Leverkusen trumpfte anschließend in seiner Paradedisziplin groß auf und gewann die 400 Meter in 45,85 Sekunden. „Fastest man on no legs. Klingt geil. Nehm' ich", jubelte Johannes Floors. Beim ISTAF trifft der Ausnahme-Athlet auf starke internationale Konkurrenz, unter anderem ist auch der Niederländer Olivier Hendriks am Start, der in Tokio hinter Floors Silber holte. Nicht starten kann leider Felix Streng – er musste wegen eines Muskelfaserrisses kurzfristig absagen.

Eine Premiere feiert der Berliner Ali Lacin (PSC Berlin). Der Top-Sprinter aus der Sportmetropole, der bei den Paralympics über 200 Meter die Bronzemedaille gewonnen hat, läuft zum ersten Mal auf der berühmten blauen Bahn des Berliner Olympiastadions. Bronze sicherte sich bei den Paralympics auch der deutsche Vorzeige-Kugelstoßer Niko Kappel, der in der Startklasse F41 auf 13,30 Meter kam. Ob es wie im Vorjahr auch erneut zum ISTAF-Sieg reicht? Aus den USA reist starke Konkurrenz an: Hagan Landry, Silbermedaillen-Gewinner bei den Paralympics in Tokio, kommt nach Berlin. Wie 2020 sind beim ISTAF zudem Kugelstoßer der Startklasse F40 dabei, darunter der 19 Jahre alte Yannis Fischer (StTV Singen). Das Talent wurde in Tokio Sechster.

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