Freitag, 19.07.2019 18:24 Uhr

Studie der österreichischen Abfallwirtschaft

Verantwortlicher Autor: Schura Euller Cook Wien, 10.07.2019, 08:10 Uhr
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Wien [ENA] Österreich wird eigentlich als ein sauberes Land eingeschätzt und Müllberge in den Städten wie in anderen, auch europäischen Städten, sind noch immer eher die Ausnahme. Das verdanken wir auch einer effizienten Abfallwirtschaft. Die Zahlen sind beeindruckend. Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB) vertritt derzeit 200 Mitgliedsunternehmen und beschäftigt ca.43.000 Mitarbeiter.

Der VOEB entsorgt rund zwei Drittel des gesamten in Österreich anfallenden Abfalls und erwirtschaftet Umsätze in der Größenordnung von 4 Mrd.Euro pro Jahr.Also auch mit Abfall kann man Arbeitsplätze schaffen. Immerhin werden mit Müllgebühren in der Höhe von 600 Mio. Euro jährlich 4 Mio. Tonnen Siedlungsabfälle von Gemeinden, Städten und Verbänden gesammelt, verwertet und entsorgt. In einer Pressekonferenz im Juni 2019 hat sich die arge aWV österreich und der VOEB in Wien vorgestellt. Die Kommunen in Österreich positioniieren sich immer mehr als Reiniger, Wertstoff-Manager und Klimaschützer. Es gab über 2700 Flurreinigungsaktionen 2019 und man erhofft sich, dass die Recyclingziele der EU einen Investitionsschub auslösen.

Trotzdem ist in vielen dieser Visionen ein Quäntchen Utopie. Österreich will wachsen und trotz großen Bemühungen werden nur 53 Prozent der Siedlungsabfälle verwertet. Auch wenn bis 2030 nach EU-Richtlinien 65% stofflich verwertet werden könnten, bleiben noch immer sehr viele Schadstoffe übrig. Alleine bei den Kunststoffverpackungen liegt die derzeitige Verwertung nur bei 26%. Natürlich stellt sich die Frage, ob eine Wegwerfgesellschaft zu der sich Österreich leider in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, überhaupt die Abfallentsorgung und den Klimaschutz in den Griff bekommen kann. Hochkomplexe Entsorgungsbetriebe sind ja auch selbst ein Teil des Problems, auch wenn sie lösungsorientiert scheinen.

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