Sonntag, 21.10.2018 08:12 Uhr

Was geschieht an Israels Südgrenze

Verantwortlicher Autor: Tamás György Morvay Jerusalem, 08.04.2018, 14:31 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 7196x gelesen

Jerusalem [ENA] Im Gazastreifen regiert, seit den Wahlen im Jahre 2007, die radikale Palästnenser-Gruppierung Hamas. Die USA betrachten Hamas bereits seit 1993 als Terrororganisation, auch die EU hat sie auf ihrer Terrorliste. Ein deutsches Gericht urteilte 2004, die karitative Tätigkeit und ihre politischen und terroristischen Handlungen seien eine untrennbare Einheit. Die Hamas-Charta fordert nach wie vor die Vernichtung Israels.

Seit Hamas im Jahre 2006 die absolute Mehrheit in Wahlen auf dem Gebiet der Palästinensischen Autonomiebehörde gewann, und insbesondere seit dem Putsch in Gaza im Jahr darauf, als dort alle Mitglieder der rivalisierenden Fatah entweder ermordet oder vertrieben worden sind, hat sich die Organisation die Macht durch Terror auch im Innern erhalten. Ihr Ideal der bedingungslosen Rückkehr der sog. Flüchtlinge ins Gebiet des heutigen Israel trägt sie buchstäblich auf ihrer Fahne, auf der die gesamte Fläche Israels, einschliesslich der Gebiete von Gaza und Judäa & Samaria - die seit den Jahren der jordanischen Besetzung weitherum als "Westbank" bezeichnet werden - in einer grünen Einheit über dem Felsendom von Jerusalem dargestellt ist.

Ihren Kampf gegen Israel führt die Hamas durch Terrormassnahmen, wie Raketenbeschüsse auf israelisches Staatsgebiet, deren explosionsartige Häufung mit über 10000 Abschüssen bisher zu 2 kriegerischen Auseinandersetzungen 2008 und 2012 mit Israel geführt hatten, sowie mit unterirdischen Tunnels nach Israel hinein, deren Vernichtung das Ziel des letzten Gaza-Krieges im Sommer 2014 gewesen war. Israel und Ägypten, die beide gemeinsame Grenzen zum Gaza-Streifen haben, kontrollieren die Waren- und Personenströme, und während über die Grenzübergänge zu Israel ein freier Zustrom an ungefährlichen Gütern stattfindet, ist der Grenzübergang Rafah zu Ägypten, seit Präsident al-Sisi die Macht 2014 übernahm, nur an wenigen Tagen geöffnet gewesen.

Jetzt, wenige Wochen vor dem 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung, eröffnet die Hamas eine neuartige Front: Protestkundgebungen gegen Israel entlang der Grenze, den sog. „Marsch der Rückkehrer“, in dessen Rahmen die Grenzanlagen immer wieder angegriffen werden. Im Zuge dieser häufig gewalttätigen „Protesten“ sind bisher etwa 2 Dutzend Palästinenser ums Leben gekommen. Die Hamas feiert sie, in gewohnter Manier, als Märtyrer, während die israelische Armee minuziös ihre Identität als militärische Kämpfer nachweist - mit Namen und Foto, aufgrund offiziellen palästinensischer Quellen. Wes Geistes Kind diese „Proteste“ sind, illustriert wohl unfreiwillig aber auf drastische Weise, dieses Bild: die Fahne Palästinas mit dem Hakenkreuz.

Das Bild wurde bereits am Freitag von der israelischen Armee veröffentlicht. Während in den sozialen Medien seither die, oft feurigen, Diskussionen nicht enden wollen, haben nur wenige Medien das Bild aufgegriffen. Offizielle Reaktionen dazu fehlen bisher gänzlich. Das erstaunt, denn zugleich tun sich dieselben offiziellen Stellen mit wortreichen Verlautbarungen hervor, in denen etwa die Verhältnismässigkeit der israelischen Reaktionen auf die gezielten, und oft genug ich gewalttätigen Angriffe auf ihre Staatsgrenze offen in Abrede gestellt werden. Das ist heuchlerisch, und insbesondere der Bundesregierung, die stets Israels Sicherheit als Staatsräson betont, absolut unwürdig.

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