Montag, 17.12.2018 11:05 Uhr

Wahlen im Schatten der Flüchtlingskrise

Verantwortlicher Autor: Fritz Plasser Franz Sommer Österreich, 05.03.2018, 10:39 Uhr
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Österreich [ENA] "Wahlen im Schatten der Flüchtlingskrise" wendet sich an Leser und Leserinnen, die sich für Ursachen der Veränderungen im österreichischen Wahlverhalten interessieren. Das Ende großkoalitionärer Regierungen bedeutet einen politischen Traditionsbruch, der sich bereits vor längerer Zeit angekündigt hat. Noch bei keiner Wahl waren die Wähler in Österreich so zum Wechseln bereit wie bei der Nationalratswahl 2017.

Unverkennbar hat die internationale Flüchtlingskrise in weiten Teilen der österreichischen Bevölkerung krisenhafte Deutungen ausgelöst, die sich in den Ergebnissen der Wahlen niedergeschlagen haben. Stärker als bei vorangegangenen Nationalratswahlen beherrschten polarisierende Themen, emotionale Stimmungslagen und populistische Botschaften den Wahlkampf. Ein Anti-EU Populismus mobilisiert die in Teilen der Öffentlichkeit antreffbare EU-Skepsis. Die internationale Flüchtlingskrise begünstigt einen Anti-Immigrations- wie einen Anti-Islam-Populismus, der vorgibt, die nationale kulturelle Identität gegen Bedrohungen durch Migration und Zuwanderung zu verteidigen. Ob es sich um Populismus handelt, wird wohl erst die Geschichte klären.

Der Wahlkampf 2017 war im Rückblick zweifellos der erste hypermediale Wahlkampf. Internet und Soziale Medien haben sich neben den klassischen Medien TV, Print und Radio als eigenständige politische Informationsplattformen etabliert. Gleichzeitig bildeten kommunikative Vernetzungen in den sozialen Medien eine potenzielle Meinungsmacht, die sich nicht nur auf die aktiven Teilnehmer in den Sozialen Netzwerken beschränkte. Die großen Veränderungen im Wahlverhalten der Österreicher zeigen aber auch, wie sehr Europa in einen Sog der Ungewissheit hineingezogen wird.

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