Donnerstag, 26.04.2018 05:41 Uhr

Zahlen widersprechen Alice Schwarzers neuem Buch

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 01.04.2018, 12:33 Uhr
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Köln [ENA] Fast ein Drittel der Beschuldigten aus der Kölner Silvesternacht 2015/2016 waren Algerier, teilte die Anklagebehörde in Köln mit. Laut Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer waren von den 354 Beschuldigten, gegen die ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei, 101 Algerier. 12 der 16, gegen die Anklage erhoben wurde, seien zu Haftstrafen verurteilt worden. Zur Motivation der Tatverdächtigen könne er nichts mitteilen.

“Insoweit waren die Beschuldigten nicht sonderlich mitteilsam,” teilte der Anklagevertreter mit. Es hätten sich keine Hinweise darauf ergeben, dass sich Beschuldigte im Vorfeld der Anreise nach Köln “organisiert” hätten, erklärte Bremer auf Anfrage. Wenige Tage zuvor hatte die Journalistin und Verlegerin der Frauenzeitschrift Emma, Alice Schwarzer, in der Kölner Stadtbibliothek aus ihrem neuen Buch “Meine algerische Familie” gelesen, in dem auch die Beteiligung von Nordafrikanern an den Vorgängen um den Dom thematisiert wird. Dabei war es vor drei Jahren zu sexuellen Übergriffen auf Frauen durch Gruppen von jungen Männern gekommen.

Sie sollen ihre Opfer auch anderweitig misshandelt und bestohlen haben. Ein Algerier wurde wegen schweren räuberischen Diebstahls in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung zu einer rechtskräftigen Haftstrafe von einem Jahr und elf Monaten verurteilt. Laut Schwarzer äusserten ihre algerischen Freunde zu den algerischen Tatverdächtigen der Kölner Silvesternacht, sie seien froh, dass sie in Deutschland seien. “Die könnt ihr behalten, die haben bei uns auch nur Ärger gemacht,” und ob es denn überhaupt stimme, dass es Algerier gewesen seien? “Ist das Ganze nicht von deutschen Rechtsradikalen angezettelt worden?"

An einer anderen Stelle des Buchs heisst es: "Das war doch nur ein einziger Algerier. Der ist dann auch vor Gericht gekommen, aber freigesprochen worden." Nach einem Bericht des ARD-Magazins Titel, Thesen, Temperamente über Schwarzer und ihre algerischen Freunde war Kritik an der Darstellung laut geworden. Ein Zuschauer empörte sich über die seiner Meinung nach einseitige Behandlung der algerischen Tatbeteiligung in Köln: “Alles was ich eben über dieses Buch gelesen habe, ist totaler Schrott.” Ein anderer schrieb, das Buch habe mit “der kompletten Wahrheit über Algerien nichts zu tun...Einfach Quatsch!” Schwarzers Buch war im Februar im Verlag Kiepenheuer & Witsch erschienen.

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