Samstag, 21.04.2018 11:48 Uhr

Kommunionkinder wollen Bienensterben verhindern

Verantwortlicher Autor: Jochen Raffelberg Köln, 01.04.2018, 12:33 Uhr
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Köln [ENA] Aus Verantwortung für die Schöpfung will die Katholische Kirche dem Artensterben der Fluginsekten begegnen. Das Erzbistum Köln kündigte dazu eine Mitmachaktion für Kinder in Köln und dem Bergischen Land an, die im Erstkommunion-Unterricht Blumen als Nahrung für die bedrohten Bienen, Fliegen, Libellen und Schmetterlingen pflanzen sollen. Blumen zu säen, helfe der Umwelt, erklärte die Kölner Kurie.

Unter Mithilfe des Kölner Stadtdechanten, Monsignore Robert Kleine, fingen Kinder der St. Agnes-Pfarre jetzt an, Saatgut für eine Blumenwiese auszustreuen. Im Rahmen der Aktion des Erzbistums mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) und lokalen Naturschutzstationen waren in den letzten Wochen bunte Schmetterlingskarten mit Samentütchen an Verantwortliche in der Kommunionkatechese versendet worden. Dem Erzbistum zufolge sind Christen aufgerufen, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen und nach Papst Franziskus "die Erde zu einem wunderschönen Garten für die Menschheitsfamilie zu machen."

Das Leben der Raupe, die Verpuppung als Endlichkeitssymbol und das Entfalten des Schmetterlings als Auferstehungszeichen seien in der Kommunionvorbereitung oft genutzte Beispiele für christliches Lebensverständnis. Das Artensterben der Fluginsekten findet derzeit grosse Beachtung. Eine vom Generalvikariat zitierte wissenschaftliche Untersuchungen des Entomologischen (Entomologie: Insektenkunde) Vereins Krefeld habe ergeben, dass in manchen Gebieten bis zu 80 % dieser Lebewesen verloren gegangen seien. Auch Singvögel seien betroffen. Die Insekten fehlten, um Pflanzen zu bestäuben. Dadurch trügen etwa Obstbäume weniger Früchte.

Obwohl die Ursachen des Schwundes noch nicht genau erforscht worden seien, müssten die Lebensbedingungen dieser Tiere verbessert werden. Das Münchener Umweltinstitut nannte sieben Gründe für das Bienensterben: Insektizide, Cocktaileffekt (Chemikaliencocktail), Monotone Agrarlandschaften, Unachtsame Mahd, Varroamilbe (befällt Bienenstöcke), Klimawandel (früherer Blühzeitpunkt bringt Rhythmus der Bienenvölker im Frühjahr durcheinander; das kostet die Völker viel Energie; warme Winter und lange Trockenheitsphasen im Frühjahr und Sommer stressen die Bienen zusätzlich) und Überzüchtung. Das Schmetterlingsprojekt wurde von der Initiative Energie und Nachhaltigkeit im Erzbistum Köln ins Leben gerufen.

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