Donnerstag, 22.06.2017 14:11 Uhr

Nomen est omen

Verantwortlicher Autor: Dominik Lepuschittz Sitzenberg, 07.06.2015, 02:18 Uhr
Presse-Ressort von: Dominik Lepuschitz Bericht 5186x gelesen
Katrin Fuchs/Michael Schefts
Katrin Fuchs/Michael Schefts  Bild: Reinhard Steiner

Sitzenberg [ENA] Denn eine der ersten Theaterproduktionen der heurigen Sommersaison ist Franz Molnars „Spiel im Schloß“ - und die wird passenderweise im Schloß Sitzenberg präsentiert, womit auch die neuen Intendanten Peter Fernbach und Martin Gesslbauer ihren Einstand geben.

Von Molnar als „Anekdote in drei Akten“ bezeichnet, gibt er hier Einblick in den Schaffensprozeß zweier Librettisten, die mit ihrem Komponisten eine neue Operette geschrieben haben und nun darüber sinnieren, wie man denn ein Theaterwerk am besten beginnt. Empfindlich gestört werden sie dabei von einer Affäre ihrer Primadonna mit einem alternden (und verheirateten) Hofschauspieler – denn der Komponist ist unsterblich in die exaltierte Sängerin verliebt, und alles droht zu platzen...

Peter Fernbach/Victor Weiss/Oliver Hebeler

Mit subtilem Humor zeigt Molnar eine Welt des Scheins, wo jeder gerne einmal das sieht, was er sehen will, obwohl es vielleicht ganz anders war - „Spiel“ ist hier also durchaus mehrschichtig zu verstehen. Die Rollen sind dementsprechend anspruchsvoll, was den Darstellern Gelegenheit gibt, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Intendant Fernbach und Oliver Hebeler als Librettisten wirken tatsächlich wie ein jahrzehntelang eingespieltes Duo, die ihre Sätze gegenseitig ergänzen, Viktor Weiss als liebeskranker Komponist und Ziehsohn der beiden ist voll der Höhen und Tiefen jugendlicher Leidenschaft.

Multitalent Katrin Fuchs – die junge Dame kann gleichermaßen gut spielen wie singen – setzt all ihre Talente ein, um die feine Karikatur einer mehr eitlen als begabten Primadonna auf die Bühne zu bringen, während Michael Schefts alle Register seiner komödiantischen Ader zum Klingen bringt und als alter Schwerenöter einen besonderen Genuß bietet. Das Stück hat, besonders im ersten Teil, einige Längen – etwas, das auch die besten Schauspieler nicht kompensieren können. Daß es trotzdem ein vergnüglicher Abend ist, spricht umso mehr für die Qualität aller Beteiligten. Informationen, Termine und Karten unter http://schloss-sitzenberg.at/sommer/sommerspiele-sitzenberg/

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