Samstag, 23.09.2017 14:51 Uhr

Britten in der Semperoper

Verantwortlicher Autor: Dominik Lepuschitz Dresden, 27.05.2017, 02:31 Uhr
Presse-Ressort von: Dominik Lepuschitz Bericht 5218x gelesen
City of Birmingham Symphony Orchestra
City of Birmingham Symphony Orchestra  Bild: Upstream Photography

Dresden [ENA] Benjamin Britten war ein sensibler Mensch – mehr noch als viele andere Künstler. 1913 geboren, wurde er Zeitzeuge der schlimmsten Dinge, die Menschen fähig sind, einander zuzufügen. Der Schmerz, den er darüber empfand, floß als pessimistische Grundstimmung in seine Musik ein.

Wenn auch im Ausmaß unterschiedlich, ist sie doch immer da, so auch in seiner Symphonie für Cello und Orchester op. 68, die er ursprünglich für seinen Freund Mstislav Rostropowitsch schuf und die 1964 mit diesem unter Brittens Leitung uraufgeführt wurde. Sie ist mittlerweile zum festen Repertoire der Cello-Literatur geworden, und so ließ es sich Jan Vogler, Cellist von Weltrang und gleichzeitig Intendant der Dresdner Musikfestspiele nicht nehmen, das Werk persönlich mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Gustavo Gimeno in der Semperoper aufzuführen.

Jan Vogler

Dunkel, fast bedrohlich erscheint das Werk in seinen verborgenen Harmonien, deren Entdeckung Zuhörer wie Spieler gleichermaßen fordern; die Musiker haben jedoch den Vorteil, die Partitur gründlich studiert und kennengelernt zu haben, während der Konzertbesucher, so er nicht sofort einen unmittelbaren Zugang findet, nach einiger Zeit ratlos ist. Dem Genuß, Vogler im Konzert zu erleben, tut dies keinen Abbruch.

Zu Beginn gab es Mozarts „Pariser“ Symphonie in D, KV 297, die Gimeno mit dem für ihn charakteristischen klaren, eindeutigen Dirigierstil eher unspektakulär musizierte. Nun ist das CBSO ein solides, konventionelles Orchester – allzuviele aufführungspraktische Ansätze zu erwarten, wäre verfehlt. Man sollte dennoch danach trachten, Mozarts Tempoangaben zumindest einigermaßen zu befolgen und das Finale ist nun einmal mit Allegro bezeichnet, nicht mit Presto.

Bei der „Frühlingssymphonie“ von Robert Schumann sahen die Dinge ganz anders aus – hier entsprachen Stil und Tempi genau den Vorgaben des Komponisten. Das Orchester zeigte sich von seiner besten Seite, überhaupt schien dem Ensemble diese Musik sehr zu liegen, und auch Gimeno war ganz in seinem Element. Mit einem sehr geschlossenen Klangbild und herausragenden Bläsern - Blech wie Holz – war das Resultat eine geglückte Interpretation, die auch akustisch sehr gut in den Raum der Semperoper paßte. Weitere Informationen, Programm und Kartenbestellungen: www.musikfestspiele.com

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