Montag, 20.11.2017 16:28 Uhr

15. Internationaler Beethoven Klavierwettbewerb

Verantwortlicher Autor: Dominik Lepuschitz Wien, 10.06.2017, 14:49 Uhr
Presse-Ressort von: Dominik Lepuschitz Bericht 5668x gelesen
Alejo Peréz
Alejo Peréz  Bild: Ishka Michocka

Wien [ENA] Erfolge in Wettbewerben zählen zu den wichtigsten Meilensteinen junger Musiker auf dem Weg zur internationalen Karriere. Für die Preisträger öffnen sich die Tore der großen Konzertsäle und Aufnahmestudios. Dementsprechend hoch ist das Niveau – und hart die Konkurrenz.

Der Wiener Beethoven Klavierwettbewerb, der von der Wiener Musikuniversität ausgeschrieben wird, zählt zu den renommiertesten seiner Art. Wer hier gewinnt, ist auf dem besten Weg zur Elite der Klavierwelt. Im Finale, das im Goldenen Saal des Musikvereins stattfand, spielten die drei letztverbliebenen Kandidaten je ein Klavierkonzert des Namensgebers, begleitet vom RSO Wien unter der Leitung von Alejo Peréz, der mit dem stilsicheren Orchester als idealer Begleiter den jungen Künstlern ein solides Fundament bot, um ich von ihrer besten Seite zu zeigen.

Bolai Cao
Sahun Hong
Rodolfo Leone

3. Platz – Bolai Cao

Gerade einmal 20 Jahre alt und schon mehrfacher Preisträger internationaler Wettbewerbe, präsentierte der aus China stammende junge Mann das Konzert in G, op. 58, und damit das zumindest musikalisch schwierigste Werk des Abends. Seine Annäherung schien mehr subjektiv-emotional, und das Werk kommt diesem Ansatz durchaus entgegen. Doch wenn man nicht genau weiß, was man tut, verliert man sich allzu leicht und begibt sich auf eine Suche, die mehr von Beethoven weg- als auf ihn hinführt. Für diesen Ansatz braucht es Reife und Erfahrung, die in so jungen Jahren nicht wirklich vorhanden sein kann. Technische Finesse und ein reichlich bewegtes Vivace im 3. Satz sind nicht ganz ausreichend.

2. Platz – Sahun Hong

Im Musikbetrieb bereits etabliert, trat der 24-jährige Amerikaner mit dem Konzert in c, op. 37, an und entwickelte seine Interpretation ganz aus dem Notentext heraus. Bei ihm standen Komponist und Werk immer im Vordergrund, woraus sich ein in sich rundes, stimmiges Gesamtkonzept ergab. Präzise und bestimmt im Anschlag, musikalisch und dynamisch fein differenziert, die Tempi zueinander in Beziehung gesetzt, bot er die künstlerisch reifste Leistung des Abends. Bei ihm war Beethoven in guten Händen.

1. Platz – Rodolfo Leone

Der zum Sieger gekürte Italiener, der das Konzert in Es, op. 73, spielte, war mit seinen 26 Jahren nicht nur der Älteste unter den Finalisten, sondern auch der routinierteste. Er konnte bereits vielfache Erfahrungen auf internationalen Podien sammeln und weiß ziemlich genau, was wie wirkt und umzusetzen ist. Expressive Bandbreite und Virtuosität sind es, die seine Herangehensweise charakterisierten, er war auch in den feinsten und leisesten Passagen ungemein präsent, was großes Können erfordert. Versuchte man aber, seine persönliche Beziehung zu dem Werk zu ergründen, wurde es schwierig, denn davon war nicht allzu viel zu hören – dafür aber reichlich Routine.

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