Montag, 20.11.2017 16:34 Uhr

Silverstone Grand Prix mit überraschenden Ergebnissen

Verantwortlicher Autor: Klaus Fritzsching Silverstone / England, 30.08.2017, 15:01 Uhr
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Silverstone / England [ENA] Schönes Wetter in England, schon das war eine Überraschung. Auch für viele Fans des Motorradrennsports gab es eine Überraschung, der Bildschirm blieb schwarz. Denn wer den Eurosportplayer abonniert hat, musste feststellen, das er keinen Zugriff mehr auf die Plattform hat. Schon am Freitag wurden die Fußballfans der Bundesliga, die ihr Geld für den Player ausgegeben hatten, schwer enttäuscht.

In der ersten Startreihe der Moto3 Klasse standen die beiden Titelaspiranten Romano Fenati und Joan Mir, außerdem noch KTM-Pilot Gabriel Rodrigo. Für den Deutschen Philipp Öttl reichte es in der Qualifikation nur zu Startplatz 14. Noch 2 Plätze schlechter der Spanier Aron Canet, der ebenfalls noch im Titelkampf mitmischen will. Über den Rennverlauf etwas zu schreiben fällt schwer. Denn von Platz 1 bis zu Platz 20 lagen bis zur vorletzten Runde gerade einmal 2 Sekunden. Positionswechsel gab es unzählige, wer sich in den Kurven einen Vorteil verschaffte, wurden auf den Geraden durch den Windschatten wieder eingeholt.

Die Richtgeschwindigkeit wurde abwechselnd von Fenati, Guevara, Rodrigo, Di Giannantonio, Mir und Martin bestimmt. Gegen Ende des Rennens mischten auch Livio Loi und Aron Canet vorn mit. Kurz bevor es in die letzte Runde geht, stürzen Guevara und Bendsneyder. Während der Holländer weglaufen kann, bleibt Guevara auf der Strecke liegen. Das Rennen wird in der letzten Runde abgebrochen. Jetzt kommt die Frage auf, welcher Einlauf gewertet wird. Der nach 15 oder der nach 16 Runden. Außerdem hagelt es Strafen, wegen überfahren der Streckenbegrenzung. Nach den Berechnungen kommt nach einiger Zeit das Ergebnis.

Aron Canet, der nur von Platz 16 gestartet war, wird der Sieg zuerkannt. Sein Teamkollege Enea Bastianini wird Zweiter vor Jorge Martin. Der Argentinier Gabriel Rodrigo kommt auf Platz 4 vor Joan Mir, der Spanier kann damit seinen Vorsprung auf Fenati, der hinter Loi Sechster wird, noch ausbauen. Philipp Öttl wird hinter Migno Neunter. Trotz dieser, über das ganze Rennen hektischen Fahrweise, kamen 27 der 33 gestarteten Fahrer über die Ziellinie. Vielleicht wäre das Ergebnis anders ausgefallen, hätte es keinen Rennabbruch gegeben. Denn alle in dieser großen Gruppe hatten sich auf das Finale in der letzten Runde konzentriert.

In der Moto2 Klasse fehlt weiter der an der Hand operierte Marcel Schrötter. Jetzt steht fest, dass neben Franco Morbidelli auch Tom Lüthi und Takaaki Nakagami in der nächsten Saison in der Königsklasse MotoGP starten werden. Außerdem wird Sam Lowes aus der MotoGP in das Moto2 Team von Tom Lüthi integriert. Für Sandro Cortese reichte es in der Qualifikation nur zu Platz 16 in der Startaufstellung. Auch Tom Lüthi stand nur auf Platz 9. Direkt vor ihm in Reihe 2 war Landsmann Domi Aegerter zu finden. In Startreihe 1 standen Mattia Pasini, Alex Marquez und Franco Morbidelli. Das Rennen wurde bei angenehmen 23 Grad gestartet.

Direkt nach dem Start setzte sich Marc Marquez rigoros vor Mattia Pasini und übernahm die Führung. Nach Runde 1 hatte er schon einen kleinen Vorsprung auf seinen Teamkollegen Franco Morbidelli. Auch hinter Morbidelli klaffte eine Lücke zu den Verfolgern Marini, Pasini, Nakagami, Aegerter und Lüthi. Nach 6 der 18 zu fahrenden Runden gab es vorn das Führungsduo Marquez und Morbidelli. Drei Sekunden dahinter hatte sich der Japaner Nakagami aus der Verfolgergruppe abgesetzt und fuhr die schnellsten Zeiten. In Runde 11 übernimmt Morbidelli die Führung, Marquez will kontern und stürzt. Er hebt die Maschine schnell wieder auf und kommt in dieser Runde auf Platz 17 über die Linie.

Eine Runde später hat sich Nakagami an die Spitze des Feldes gesetzt. Schnell fährt er eine Lücke zu Morbidelli auf. Der wird kurze Zeit später auch von Mattia Pasini überholt, der jetzt den Abstand auf Nakagami verringert. Doch Nakagami kann die Führung bis ins Ziel behaupten und feiert seinen ersten Saisonsieg. Pasini wird vor Morbidelli Zweiter. Lüthi wird Vierter vor Bagnaia, Corsi, Manzi und Oliveira. Domi Aegerter erreicht hinter Brad Binder Platz 10. Sandro Cortese war in Runde 14 auf Platz 19 liegend gestürzt. Morbidelli hat jetzt 29 Punkte Vorsprung auf seinen Verfolger Tom Lüthi. Übrigens schaffte es der gestürzte Marquez noch in die Punkteränge auf Platz 14.

Im WarmUp der MotoGP Klasse gab es einen heftigen Unfall. Es erwischte ausgerechnet den Deutschen Jonas Folger. Wie schon beim letzten Grand Prix in Österreich versagten auch diesmal die Bremsen. Folger musste abspringen und das Bike flog in hohem Bogen über die Reifenstapel. Folger wollte das Rennen fahren, wurde aber zur Abklärung ins Krankenhaus verlegt. Doch wenn sich ein Rennfahrer auf etwas verlassen muss, dann sind es die Bremsen. Bei Geschwindigkeiten bis 350 km/h ein lebenswichtiges Instrument. Qualifiziert für die erste Startreihe hatten sich Marc Marquez, Valentino Rossi und Lokalmatador Cal Crutchlow.

Valentino Rossi gewann den Start, setzte sich sofort an die Spitze und verschaffte sich einen Vorsprung auf die Verfolger. Nach 5 der 20 zu fahrenden Runden hatte Rossi eine knappe Sekunde Vorsprung auf Vinales, Marquez, Dovizioso und Crutchlow. Erstes Sturzopfer wurde Sam Lowes, der bei seinem Heim Grand Prix auch vom letzten Platz aus gestartet war. Im weiteren Rennverlauf rückte die Verfolgergruppe immer näher an Valentino Rossi heran. Cal Crutchlow hatte Mühe den Anschluss an diese Gruppe zu halten. Als die Gruppe in Runde 14 zu Rossi aufgeschlossen hat, kommt eine Rauchwolke aus dem Auspuff der Repsol Honda von Marquez.

Der Spanier rollt von der Strecke und muss das Rennen aufgeben. In Runde 18 geht erstmals Ducati Pilot Andrea Dovizioso an die Spitze. Auch Vinales schafft es, an Rossi vorbei zu gehen. Etwas weiter hinten kommen sich Iannone und Petrucci etwas zu nah und stürzen. Nach dem Erfolg auf dem Red Bull Ring kann Dovizioso den nächsten Sieg feiern und übernimmt damit auch die Führung im Gesamtklassement. Vinales wird Zweiter vor Rossi und Crutchlow. Mit 3 Sekunden Rückstand wird Lorenzo Fünfter. Die Top 10 werden komplettiert durch Zarco, Pedrosa, Redding, Rins und Bautista. Die nächste Station der MotoGP ist Italien. Somit ein Heimrennen für die vielen italienischen Piloten, sowie für Ducati und Aprilia.

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