Montag, 20.11.2017 16:34 Uhr

AvD Oldtimer Grand Prix 2017 am Nürburgring

Verantwortlicher Autor: Wolfgang Kasulke Nürburgring, 19.08.2017, 10:50 Uhr
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Start FIA Masters Historic Formula One Championship
Start FIA Masters Historic Formula One Championship   Bild: Wolfgang Kasulke

Nürburgring [ENA] Auch dieses Jahr war es wieder soweit. Der AvD veranstaltete auf dem Nürburgring vom 11.-13.08.2017 zum 45. Mal den Oldtimer Grand Prix; es ist die wohl bedeutendste Rennveranstaltung für klassische Autos aller Couleur in Europa mit mehr als 500 Rennwagen in über 20 Rennen ...

Und obwohl das Wetter, gelinde gesagt, recht durchwachsen war, ließen sich fast 50.000 Besucher dieses sehenswerte Motorsport-Event nicht entgehen. Und es war wirklich für jede Geschmacksrichtung des klassischen Motorsports etwas dabei. Fahrzeuge aus Vorkriegszeiten waren ebenso vertreten wie Läufe zu den FIA Formel Junior, historische Formel Eins und Sportwagen. Erstmals mit dabei beim Oldtimer Grand Prix waren auch zwei Rennen der Tourenwagen für ehemalige Fahrzeuge der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft, die nach einer Pause Ende der 90er Jahre im Jahr 2000 als Deutsche Tourenwagen Masters ein Comeback feierte und seit 2005 als eigenständige Marke „DTM“ geführt wird.

Multipliziert man den 45ten AvD Oldtimer Grand Prix mit zwei, erhält man eine glatte 90. Für eine der bedeutendsten Rennstrecken der Welt eine magische Zahl. Denn der „Ring“ feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Auch heute noch unvergessen ist Rudolf Carraciola's Sieg im Eröffnungsjahr des Nürburgrings am 19. Juni 1927 auf seinem Mercedes-Benz Typ S. Neunzig Jahre später sind wieder ungewöhnlich viele der Vorkriegs-Oldtimer beim AvD OGP zu bewundern. Wie z. B. der abgebildete Jaguar S.S.100, das erste Fahrzeug mit der Bezeichnung Jaguar.

BMW 328
Bentley Special Alpine
Delahaye 135S
Der Spanier Fierro Guillermo im Maserati 250F 2523

Ein sehr gut besetztes Starterfeld gab es am Samstag und Sonntag auch bei den beiden Rennen 6 für historische Grand Prix Fahrzeuge bis 1960. Bei den Monoposti von damals waren üblicherweise Frontmotoren mit Hubraum zwischen 1500 und 4000 ccm verbaut. Unvergessen ist der Grand Prix von Deutschland 1957 und die unglaubliche Aufholjagd von Juan Manuel Fangio in dem legendären Maserati 250F nach einem total verpatzten Boxenstop auf die beiden führenden Ferrari 801 von Mike Hawthorn und Peter Collins. Beim AvD Oldtimer Grand Prix waren im Rennen 6 gleich vier der Maseratis 250F zu bewundern.

Doch auch außerhalb der Rennstrecke gab es jede Menge Interessantes zu entdecken und zu sehen. Der Jaguar-Stand direkt an der gleichnamigen Kurve zur Zielgeraden gelegen mit dem legendären XJ220 aus den 90er Jahren und – natürlich – einem der wohl schönsten Sportcoupés aller Zeiten, dem Jaguar E-Type. Oder im Grand Prix Fahrerlager den Mechanikern über die Schulter schauen und gleichzeitig die Sportwagen-Träume aus allernächster Nähe sehen zu können. Oder ein Stück hinter der Mercedes-Benz-Tribüne mal bei Alfa Romeo, Ferrari, Maserati oder Porsche rein zu schauen. Es gab so viel zu sehen, es hätte für jeden Motorsport-Begeisterten locker für 4 Wochen gereicht.

Lotus Eleven mit Jörg Marcus, CH, am Steuer
Jacob Frank, GER, im Lola T212
Formel 3 Rennwagen in der Box

Bleibt noch der persönliche Wermutstropfen trotz einer tollen Veranstaltung zu erwähnen: Ich hätte den Lesern gerne dynamischere, aufregendere Bilder direkt von der Rennstrecke, aus den Boxen oder vom Start und Zieleinlauf geliefert. Leider wurde mir vom Veranstalter auch nach einem persönlichen Gespräch kein Infield-Zugang gewährt. Entschädigt wurde ich durch ein Paar im schon gesetzten Rentenalter auf dem Parkplatz, das sich gerade die weißen Mediawesten mit Infield-Berechtigung überzog und fröhlich mit Schirm bewaffnet auf den Weg machte. Meine Frage, ob sie auch direkt an der Rennstrecke fotografieren, beantwortete der Herr mit verunsichertem Gesichtsausdruck: Muss man das denn? C'est la vie, manche müssen eben nicht.

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